Der wahre Amityville-Horror (2025)

Aktualisiert

Verfluchtes Haus: Der wahre Amityville-Horror

Vor 40 Jahren stand in den USA ein junger Mann vor Gericht, der seine Familie brutal auslöschte und so einem kleinen Kaff zu trauriger Berühmtheit verhalf.

Der wahre Amityville-Horror (1)

von

jcg

1979 kam mit «Amityville Horror» ein Film in die Kinos, der einen verschlafenen 9000-Seelen-Ort auf Long Island im US-Bundesstaat New York mit einem Schlag weltberühmt machte. Die Geschichte beruht auf den Erlebnissen einer Familie, die im Dezember 1975 in Amityville ein Haus bezog und 28 Tage lang von den Geistern der Vorbesitzer heimgesucht wurde. Doch es sind nicht die im Film dargestellten paranormalen Vorgänge, die den wahren Amityville-Horror ausmachen. Es ist das Schicksal der Vorbesitzer des Hauses an der Ocean Avenue 112. Das ist ihre Geschichte:

Am Abend des 13. November 1974 betritt ein sichtlich verstörter junger Mann die Henry's Bar in Amityville. Den verblüfften Barbesuchern erklärt er, dass soeben jemand zuhause seine Eltern erschossen habe und bittet um Hilfe. Mehrere Gäste der Bar begleiten den 23-jährigen daraufhin zu seinem Elternhaus, wo sie ein Anblick des Grauens erwartet.

Der junge Mann ist Ronald DeFeo, Jr., auch Butch genannt. Im Haus an der Ocean Avenue 112 finden die Männer nicht nur die Eltern von Butch, den 44-jährigen Ronald, Sr. und seine 42-jährige Frau Louise. Sie stossen auch auf die vier Geschwister von Butch: Dawn (18), Allison (13), Marc (11), und John (9). Alle liegen in ihren Betten in ihrem eigenen Blut – erschossen.

Acht Schuss

Einer der Barbesucher, ein gewisser Joe Yeswit, nimmt es auf sich, die Polizei zu rufen. Nach einem absurd langen Telefonat schickt die Notrufzentrale endlich die Polizei zum Tatort. Den Beamten der Suffolk Country Police offenbart sich der ganze Schrecken des Massakers. Die Untersuchungen an den Leichen ergeben, dass die Opfer bereits um drei Uhr morgens erschossen worden sind. Die Eltern mit je zwei Schuss, die Kinder mit je einem. Nur Louise und Allison waren zum Zeitpunkt ihres Todes wach.

Butch DeFeo will die Polizisten erst glauben lassen, dass es sich bei dem Massaker um eine Tat der Mafia handelt. Die Beamten glauben ihm nicht und am Tag darauf gesteht er, dass er die Morde selber verübt hat.

Keine Kampfspuren

Was die Ermittler des Suffolk County vor ein Rätsel stellt, ist die Tatsache, dass sie am Tatort keinerlei Hinweise auf einen Kampf finden. Alle Opfer liegen auf dem Bauch, es gibt keine Hinweise auf Beruhigungsmittel. Dabei benutzte DeFeo für seine Tat ein Marlin-Gewehr vom Kaliber 9 Millimeter – ohne Schalldämpfer. Doch offenbar wurde keines der Opfer durch die Schüsse aufgeschreckt. Auch die Nachbarn geben an, keine Schüsse gehört zu haben, obwohl der Täter insgesamt achtmal abdrückte.

Es gibt Spekulationen, dass möglicherweise mehr als eine Person an den Morden beteiligt war. DeFeo ändert im Laufe der Zeit seine Version der Geschichte mehrmals und gibt an, dass seine Schwester Dawn und zwei weitere Komplizen beteiligt waren.

Rätselhaft bleibt auch das Motiv. Zwar soll DeFeo ein gespanntes Verhältnis zu seinem Vater gehabt haben, doch das allein erklärt den Massenmord nicht. Auch nicht, dass er sich bei der Polizei nach der Lebensversicherung seines Vaters erkundigt hatte.

Noch heute im Gefängnis

Am 14. Oktober 1975 beginnt der Prozess gegen Butch DeFeo. Zusammen mit seinem Anwalt macht er Unzurechnungsfähigkeit aufgrund psychischer Probleme geltend. So soll er seine Familie in Notwehr getötet haben, weil er ihre Stimmen hörte, wie sie seinen Tod planten. Das Gericht will davon nichts wissen und spricht ihn am 21. November des sechsfachen Mordes schuldig. Die Strafe dafür: Sechsmal 25 Jahre bis lebenslänglich.

DeFeo, inzwischen 64 Jahre alt, sitzt derzeit im Green-Haven-Hochsicherheitsgefängnis in Beekman im Bundestaat New York ein. Seine Anträge auf Begnadigung sind allesamt abgelehnt worden.

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Author: Sen. Ignacio Ratke

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